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Ägypten Mai 2007
In diesem Jahr hatten wir uns das Utopia Beach in Ägypten ausgesucht. Mit von der Partie waren Anja, Matthias, Anne, Norbert, Hank, Stefan und meine Wenigkeit.Es war unglaublich, die Anreise verlief unproblematisch, na ja fast, auf dem Flughafen Hannover, wir waren am einchecken und Anja hatte gerade ihren Gürtel abgelegt, da tönte eine sehr resolute Stimme aus dem Lautsprecher-Reisegruppe R….. bitte sofort zur Gepäckabfertigung. Also alle wieder durch den ganzen Flughafen zurück, Gürtel in der Hand, Hose festhaltend, bis zum Zollschalter. Empfangen wurden wir von mehreren bewaffneten Zollbeamten, die uns fragten wer einen Neoprenanzug im Gepäck hätte. Toll- wir wollten alle tauchen- also hatten wir natürlich auch alle Neoprenanzüge mit. Doch dann kam noch die Frage - und wer hat so ne komische Flasche mit? Erleichterung erschien in den meisten Gesichtern - außer bei Hanki, der aber gleich rief - Stefan muss mit, er kennt sich aus! Also verschwanden die beiden und kamen bald wieder mit nem Grinsen im Gesicht zurück (zumindest Stefan) – Hank hatte vergessen aus seiner Westenflasche die Luft raus zulassen. Alles andere verlief dann reibungslos.



In der Anlage angekommen, bekamen wir alle unser Zimmer zugewiesen. Sie waren recht einfach gehalten, aber vollkommen ausreichend. Die ganze Anlage war ganz nett, es gab Blumen, Reiher und den Gestank nach Gülle. Nach kurzem Ausruhen und Auspacken gingen wir zur Tauchbasis um uns anzumelden. Da gab es etliche Dispute, bis wir endlich alle unsere Tauchgenehmigungen hatten.Die Basis stellte sich als super auf Sicherheit bedacht hin, was sich im Nachhinein als blankes Getue rausstellte. Bei seinem Briefing, erklärte uns der Tauchlehrerjüngling, dass der Tauchgang sehr anspruchsvoll wäre und auf keinen Fall eine Kamera mitgenommen werden dürfe. Darauf grinste Stefan mich an, weil er ja wusste dass ich doch nicht ohne meine Kamera losgehe. Da blaffte der Guide Stefan an, er bräuchte gar nicht so blöd zu grinsen, das wäre eine ernste Sache. Also so viel zu der Freundlichkeit der Tauchbasis.



Am nächsten Tag gingen wir das erste Mal am Südriff tauchen, die Sicht war für das rote Meer richtig schlecht und es gab wenig Fische. Höhepunkt war ein Schwarm Barakudas. Bei den beiden folgenden TG war die Sicht schon deutlich besser und es gab auch mehr Fisch. Beeindruckend waren auch die Einbuchtungen und Gänge durch die man im Riff tauchen konnte. Am nächsten Tag ging es noch mal zum Südriff, lustig waren Anne und Norbert anzusehen, die ihre leuchtend orangenen Jägermeistermützen auch bei den Tauchgängen nicht abnahmen.



Am 3.Tag machten wir eine Bootstour zur Mangrove Bay und dort tauchten wir 2-mal ab. Das war wirklich toll, wir hatten Schildkröten, Muränen, Blaupunktrochen, Igelfische und vieles mehr. Genial war auch ein Oktopus, der uns neugierig beäugte und sich durch nichts aus der Ruhe bringen lies. Ich hielt vorsichtig meinen Finger hin, zog ihn aber ganz schnell wieder weg, nachdem ich merkte wie sich die Saugnäpfe festsaugen wollten.



Auf dem Boot war es allerdings sehr beengt, die Toilette eigentlich nicht benutzbar und leider auch kein Süßwasserbecken vorhanden, in dem ich meine Kamera hätte spülen können. Aber es war trotzdem ein toller Ausflug.



An den folgenden Tagen tauchten wir abwechselnd mal Südriff und mal Nordriff, zum Nordriff wurden wir mit nem Jeep gefahren – eigentlich sollten wir dort auch wieder abgeholt werden. Eigentlich! Aber die so auf Sicherheit bedachte Tauchbasis hat uns einfach vergessen. Wir tauchten dann vom Nordriff zum Südriff rüber. Die einzige, die uns vermisst hatte, war Anja, die wegen einer Nierenbecken-entzündung mit dem Tauchen pausieren musste. Das war ja eigentlich nur Tarnung – Anja hatte den Geheimauftrag von uns bekommen die medizinische Versorgung vor Ort zu testen und wie das so mit der von uns empfohlenen Tauchversicherung Aqua - Med klappt. Sie testete dann auch gleich das volle Programm- von nächtlicher ärztlicher Versorgung, über sämtliche Untersuchungen bis hin zum Tropf anlegen. Aqua - Med und die ärztliche Versorgung haben mit Hervorragend abgeschnitten, alles hat perfekt geklappt. (Sorry Anja – Du weißt doch - wer den Schaden hat…..)!



Ansonsten verlief der Urlaub wirklich super entspannend, alle waren gut gelaunt und hatten Spaß. Besonders hervorheben muss ich unbedingt unseren Kellner, der einfach nur Klasse war. Er hielt uns jeden Morgen und Abend einen schönen Tisch frei, bediente uns schnell und freundlich, und wenn wir irgendwo anstanden, kam er sofort angelaufen und stellte sich für uns an. Was mir allerdings ziemlich unangenehm war, da er sich mich als bevorzugtes Opfer auserkoren hatte. Das Essen selbst war recht eintönig und vom Geschmack her auch nicht der Renner. Die Animation am Abend war auch sehr gewöhnungsbedürftig, man konnte ihr aber leider kaum entfliehen. Die Tauchbasis war nicht der Renner, aber wir brauchten ja zum Glück ja nur Blei und Flaschen. Die beiden Hausriffe waren sehr schön, auch zum Schnorcheln.



Anja hat sogar einen Nacktschnorchler entdeckt! Diese Rasse gehört zu der Gruppe der Engländer, ist meist rot eingefärbt, wirkt sehr verwirrt und verschwindet schnell wenn man sich ihnen nähert! Ansonsten haben wir wirklich recht viel auf unseren Tauchgängen entdeckt und ich konnte viel fotografieren. Leider versagte mein Akku einige Male und ich konnte nicht den Feuerfisch auf dem Kopf einer Muräne fotografieren und den Kugelfisch, der an einem abgeschnittenen Fischkopf rumknabberte - auch nicht. Aber dafür habe ich Hornhechte, Muränen, Skorpionsfische, einen Napoleon mit Kind, Krokodilsfische, Fledermausfische, Kugelfische, Blaupunktrochen, Schildkröten, Feuerfische, Kofferfische, Weißspitzenriffhaie, Nemos, Barrakudas und vieles mehr auf Fotos verewigt.



Bei einem Nachttauchgang habe ich sogar ne spanische Tänzerin fotografiert, obwohl ich Schnecken-bilder ansonsten sehr langweilig finde. Auch unser Hank wurde bei den letzten Tauchgängen zum wenig Luftverbraucher, was ihn und uns mit Stolz erfüllte! (Er war sonst eine Schlucklippe, was die Luft angeht – ist ja aber kein Wunder, bei dem männlich – breiten Brustkorb!)



Fazit: Ein schöner Urlaub, mit einer lustigen Truppe und schönen Tauchgängen, so das man die nicht so tollen Sachen leicht vergessen konnte!



„Herz“lichst eure Kerstin


